8. September 2026 · AI

SAP bepreist künftig die Aktion, nicht den User

Abstraktes Titelbild: ein Strom leuchtender Partikel fließt an einer Reihe leuchtender Ringe vorbei, vor tiefblauem Hintergrund

Warum die Abrechnung pro Aktion für Joule Agents den Business Case verändert, warum SAPs Nutzenzahlen ihn nicht tragen können und wie Sie einen aufbauen, der trägt

Executive Summary

Strategischer Kontext

Situation. SAP bewegt sich von KI, die Fragen beantwortet, zu KI, die Arbeit erledigt. Das Lernmaterial beschreibt Joule Assistants, die spezialisierte Joule Agents über fünf autonome Domänen hinweg koordinieren, und das kommerzielle Modell ändert sich mit. Laut SAPs eigenem Kurs zum Thema sind Joule Assistants „included with your SAP subscription“, während „the Joule Agents that each assistant coordinates are what carry the commercial cost.“

Komplikation. SAP plant, im Laufe des dritten Quartals 2026 schrittweise ein neues Premium-AI-Modell einzuführen, in dem Agents „are commercialized through AI Unit consumption“ und „every agent action consumes 0.02 AI Units.“ Die Pakete pro User sollen auslaufen. Gleichzeitig sind die Nutzenzahlen, die SAP für Agents veröffentlicht, nach SAPs eigener Kennzeichnung indikativ, an einem angenommenen Unternehmen modelliert oder einzelnen Kundenstories entnommen. Kosten, die mit der geleisteten Arbeit wachsen, werden also mit Nutzen begründet, der Ihre Arbeit nicht beschreibt.

Frage. Wie sollte ein SAP-Kunde einen Business Case für Agents aufbauen, wenn pro Aktion abgerechnet wird, und was kann SAPs veröffentlichtes Material dazu beitragen?

Zentrale Befunde

1. Die Kosteneinheit wandert von der Lizenz zur Arbeit. SAP schreibt, „the value of AI is no longer determined by how many users have access, but by how much work AI actually performs“, und bepreist Agents entsprechend. Was folgt daraus? Agentenkosten werden zu variablen Betriebskosten, die mit Prozessvolumen und Ausnahmequote wachsen. Um sie zu prognostizieren, müssen Sie wissen, wie viele Aktionen ein Agent je Prozessinstanz ausführt. Laut SAP „depends on the agent and the work it performs“, und das gelesene Material beziffert es nicht.

2. SAPs Nutzenzahlen sind Hypothesen, und SAP kennzeichnet sie auch so. Die Reduktion der Bearbeitungszeit mehrstufiger Workflows um „up to 75%“ trägt die Fußnote „numbers assumed for consumer products company with €1 billion in revenue and 2,000 employees.“ Die Zahlen auf Assistant-Ebene sind als „indicative“ markiert und auf „SAP Value Advisory industry benchmarks, 2026 BCG and KPMG analysis“ zurückgeführt. Die drei Supply-Chain-Kennzahlen auf SAPs SCM-Seite verweisen per Fußnote jeweils auf eine einzelne Kundenstory. Was folgt daraus? Diese Zahlen helfen bei der Entscheidung, wo Sie genauer hinsehen. Sie sind kein Beleg für Ihren Business Case, und ein Lenkungsausschuss, der auf ihrer Basis freigibt, genehmigt den Prozess eines anderen Unternehmens.

3. Der Katalog bewegt sich noch, auch bei der Einheit, die bepreist wird. Auf LinkedIn kursiert die Zahl von 55 Assistants und 245 Agents. SAPs Lernlektion sagt: „more than 50 Joule Assistants and 200 specialized Joule Agents are being made available.“ SAPs öffentlicher Assistant-Katalog listete am 14. September 2026 52 Assistants. Derselbe Supplier Management Assistant koordiniert in einer SAP-Lektion „5 Agents“ und auf SAPs Spend-Management-Seite „nine agents“. Was folgt daraus? Planen Sie gegen einen datierten Katalog und gegen Vertragsbedingungen, nicht gegen eine Schlagzeile. Die Zahl der Agents hinter einem Assistant ist zugleich die Zahl der Kostenträger dahinter.

4. Eigene Agents laufen bis Ende 2026 kostenlos, und damit fehlt Pilotprojekten das Kostensignal. SAP beschreibt die Designzeit als kostenfrei sowie eine „time-bound promotion“, unter der „custom agents run at no additional cost through the end of 2026“. Danach wird die Laufzeit „billed on actual resource consumption across compute, storage, transactions, and AI tokens“. Was folgt daraus? Ein Pilot, der jetzt startet, kann skalieren, ohne dass jemand seine Laufzeitkosten sieht. Messen Sie den Verbrauch während der Promotion so, als würde er abgerechnet, sonst kommt die erste echte Kostenzahl erst nach der Entscheidung zur Skalierung.

5. Die Abrechnung pro Aktion macht Prozesswissen zur Kostenvoraussetzung. SAPs Seite zur Autonomous Enterprise rät: „start with outcomes, not processes.“ Unter einer Abrechnung pro Aktion ist dieser Rat unvollständig: Das Ergebnis sagt, was Sie wollen, aber nur der Prozess sagt Ihnen, wie viele Instanzen, wie viele Ausnahmen und damit wie viele abrechenbare Aktionen es braucht. Was folgt daraus? Messen Sie die Ausgangslage eines Prozesses (Volumen, Varianten, manueller Aufwand), bevor ein Agent ihn berührt. Ohne diese Messung hat das ROI-Dashboard, das SAP anbietet, kein „Vorher“, gegen das es vergleichen kann.

Kritische Empfehlungen

Priorität Empfehlung Aufwand Zeitrahmen
Hoch Schriftlich einholen: die Definition einer „agent action“, die erwarteten Aktionen je Prozessinstanz für Ihre Ziel-Agents und Ihren vertraglichen Preis je AI Unit Gering Vor jeder Zusage
Hoch Volumen, Varianten und manuellen Aufwand für zwei bis drei Kandidatenprozesse vor der Aktivierung messen Mittel Ein Quartal
Hoch Den Verbrauch eigener Agents während der Promotion 2026 so erfassen, als würde er abgerechnet Gering Sofort
Mittel Den Business Case je Prozess aus eigenen Zahlen neu aufbauen; SAP-Benchmarks nur zur Vorauswahl nutzen Mittel Je Prozess
Mittel Prüfen, wie die heutigen KI-Pakete pro User übergehen und was sich in Ihrem Vertrag ändert Gering Vor der Verlängerung
Niedrig Festhalten, auf welcher Katalogversion und welchem Stichtag jede Planung beruht Gering Laufend

Fazit

Die Abrechnung pro Aktion ist ein faires Modell: Sie zahlen für geleistete Arbeit, nicht für Lizenzen, die niemand nutzt. Sie verzeiht aber kein Raten, denn die Kosten folgen Ihrem realen Prozessvolumen, während der veröffentlichte Nutzen dem Prozess eines anderen folgt. Der Business Case muss von Ihren Prozessen aus nach oben aufgebaut werden, und die Messung muss existieren, bevor der Agent existiert.

Wo die Diskussion gerade steht

Ein vielfach geteilter LinkedIn-Post hat SAPs Richtung kürzlich treffend zusammengefasst: den Wechsel von „AI that answers questions to AI that actually gets work done“, mit Assistants, die Agents, Daten und Geschäftskontext unter menschlicher Aufsicht bis zur Aktion koordinieren. Der Rat an SAP-Verantwortliche lautete, nicht mit „where can we add AI?“ anzufangen, sondern mit der Frage, welche Prozesse den meisten manuellen Aufwand verursachen, wo Menschen in der Schleife bleiben müssen und „how do we measure ROI from an AI agent?“

Diese letzte Frage greift dieser Artikel auf, denn SAPs eigenes Material hat leise verändert, wovon die Antwort abhängt. Der Post verwies auf sechs SAP-Ressourcen. Wer sie zusammen mit den SAP-Learning-Lektionen liest, zu denen sie führen, sieht zweierlei: Das kommerzielle Modell für Agents wird rund um den Verbrauch neu gebaut, und die veröffentlichten Nutzenzahlen sind nicht dafür gemacht, den Business Case eines Kunden zu tragen.

Befund 1: Von Lizenzen zu Aktionen

SAPs Lernkurs „Introducing Joule“ enthält eine Lektion zum kommerziellen Modell, die expliziter ist als jede für diesen Artikel gelesene Produktseite. Ihre zentrale Unterscheidung verläuft zwischen dem, „what is included as Base AI, and what scales as Premium AI through consumption-based pricing.“

Die beschriebene Änderung hat vier Teile:

Element Heute, laut SAP Geplant, laut SAP
Paketierung von Premium AI „Per-User-Per-Month (PUPM) packages for different business areas such as Finance, HCM, Supply Chain, Spend, and Customer Experience“ PUPM-Pakete „will be phased out“
Generative-KI-Funktionen Überwiegend in den PUPM-Paketen „Most generative AI features … move to Base AI“, ohne Zusatzkosten
Agents Tragen „the commercial cost, within the Premium AI capabilities packages“ „Agents become the core of Premium AI and are commercialized through AI Unit consumption“
Stückpreis Nicht anwendbar „In 2026, every agent action consumes 0.02 AI Units“

SAPs Begründung steht dort direkt: „the value of AI is no longer determined by how many users have access, but by how much work AI actually performs.“

Zwei Dinge sagt die Lektion nicht. Sie definiert nicht, was als „agent action“ zählt. Und sie nennt keinen Preis je AI Unit, denn der ist Vertragssache. Die für einen Business Case entscheidende Formel hat damit zwei Unbekannte, die nur SAP und Ihr Vertrag füllen können:

Agentenkosten pro Periode = Prozessinstanzen × Agent-Aktionen je Instanz × 0,02 AI Units × Preis je AI Unit

Die Struktur der Formel ist selbst der Befund. Die Kosten wachsen linear mit dem Volumen und mit der Zahl der Aktionen je Instanz. Ein Prozess mit vielen Ausnahmen, vielen Varianten oder vielen Wiederholungen kostet in der Automatisierung je Instanz mehr als ein sauberer, auch wenn beide auf einer Folie „derselbe Prozess“ sind.

Die Entscheidung, die daraus folgt. Holen Sie vor jeder Zusage drei Angaben schriftlich ein: die Definition einer Agent-Aktion, die erwarteten Aktionen je Instanz für jeden Agent, den Sie einsetzen wollen, und Ihren Preis je AI Unit. Fehlt eine davon, ist jede Kostenprognose für Agents eine Annahme.

Befund 2: Der Nutzen stammt aus dem Prozess eines anderen

SAP veröffentlicht sehr viele Nutzenzahlen für Agents und Assistants. Mit ihren Fußnoten gelesen, fallen sie in drei Kategorien.

Zahl, wie veröffentlicht Wo Was Fußnote oder Wortlaut sagen Was sie ist
„Reduce time spent on multi-step workflows by up to 75%“ Produktseite Joule Agents „Numbers assumed for consumer products company with €1 billion in revenue and 2,000 employees … Source: SAP Value Management“ Ein modellierter Wert für ein angenommenes Unternehmen
Abschlusszyklus um 10 bis 20 Prozent kürzer; Cash-Zyklus um 50 bis 70 Prozent kürzer; und viele mehr SAP Learning, Lektionen zu Assistants und Agents Formuliert als „expected“, „targeting“, „projected“; „All figures are indicative … Sources: SAP Value Advisory industry benchmarks, 2026 BCG and KPMG analysis“ Indikative Benchmarks
5 bis 15 Prozent weniger Maverick Spend; 40 bis 50 Prozent FTE-Produktivität im Vertragsmanagement Seite Spend Management „Validated from BCG/SAP Study 2026 on Agentic AI Impact for Spend Management“ Eine gemeinsam mit dem Hersteller erstellte Studie
4-fache Datentransparenz; 80 Prozent weniger Stunden für Supply-Chain-Betrieb; 30 Prozent weniger Days Inventory Outstanding Seite Supply Chain Management Jeweils per Fußnote auf eine SAP-Kundenstory verwiesen: Microsoft, Embraer, SLB Drei einzelne Kundenergebnisse, keine Agentenwirkung

Nichts davon wird verschwiegen. SAP kennzeichnet seine Zahlen im Kleingedruckten ehrlich, und die Nutzen-Lektion hält fest: „your results will depend on your landscape, your adoption approach, and how deeply Joule is integrated into your processes.“

Das Problem liegt darin, wie solche Zahlen wandern. Auf einer Folie im Lenkungsausschuss ist die Fußnote verschwunden, aus „bis zu“ wird „etwa“, und ein modellierter Wert für einen angenommenen Konsumgüterhersteller wird zum erwarteten Nutzen eines Maschinenbauers. Unter einer Abrechnung pro User war dieser Fehler durch die Lizenzkosten begrenzt. Unter einer Abrechnung pro Aktion folgen die Kosten Ihrem realen Volumen, während der Nutzen nie Ihrer war.

Die Entscheidung, die daraus folgt. Nutzen Sie veröffentlichte Zahlen, um Prozesse vorauszuwählen, in denen Agents plausibel helfen. Legen Sie sie danach beiseite und bauen Sie die Nutzenseite aus Ihrer eigenen Ausgangslage auf.

Befund 3: Einen Katalog zählen, der sich bewegt

Der LinkedIn-Post, der diesen Artikel ausgelöst hat, nannte „55 Assistants + 245 Agents across five autonomous domains“, aus einer Grafik, die SAP zugeschrieben wird. Genau diese Zahl findet sich auf den gelesenen Seiten nicht. Dort steht stattdessen:

  • SAP Learning: „More than 50 Joule Assistants and 200 specialized Joule Agents are being made available across these domains.“
  • Eine andere Lektion desselben Kurses: „more than 200 specialized agents execute well-defined business processes continuously“, im Präsens.
  • Der öffentliche Assistant-Katalog auf sap.com, am 14. September 2026 Seite für Seite gezählt: 52 Assistants.
  • Der Supplier Management Assistant: „across 5 Agents“ in der SAP-Learning-Lektion, „Rely on nine agents“ auf der Spend-Management-Seite.
  • Zur Verfügbarkeit sagt SAP selbst, sie „spans general release, early access, and planned releases across 2026.“

Für ein Portfolio im schnellen Ausbau ist nichts davon überraschend, und nichts davon ist Kritik. Es zählt aus zwei praktischen Gründen. Erstens passt eine Planung, die gegen eine Schlagzeilenzahl geschrieben wurde, nicht zu dem, was an einem bestimmten Tag vertraglich verfügbar ist. Zweitens ist im neuen kommerziellen Modell der Agent der Kostenträger. Ändert sich die Zahl der Agents hinter einem Assistant, kann sich das Kostenprofil seiner Nutzung mitändern.

Die Entscheidung, die daraus folgt. Binden Sie jede Planung an eine Katalogversion und einen Stichtag, und lassen Sie sich für jeden Assistant, den Sie einsetzen wollen, die Zusammensetzung seiner Agents zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung geben.

Befund 4: Das Problem der kostenlosen Laufzeit

Für Agents, die ein Kunde selbst baut, beschreibt SAP ein eigenes Modell. Die Designzeit in Joule Studio ist „provided at no cost“, innerhalb von Fair-Use-Grenzen. Die Laufzeit wird „billed on actual resource consumption across compute, storage, transactions, and AI tokens, purchased through BTPEA, CPEA, or PAYG.“ Und: „Under a current time-bound promotion, custom agents run at no additional cost through the end of 2026.“

Die Promotion beseitigt eine echte Hürde für Experimente, und genau das ist ihr Zweck. Sie beseitigt aber auch das einzige Signal, das einem Pilotteam sagt, was sein Agent im Produktivbetrieb kosten wird. Ein eigener Agent, der im Herbst 2026 gebaut wird, kann über Geschäftsbereiche skaliert werden, bevor seine erste Rechnung existiert.

Es gibt eine zweite Folge. Ein Make-or-Buy-Vergleich umfasst jetzt zwei verschiedene Kostenregime: SAPs Agents mit AI Units pro Aktion, eigene Agents mit Ressourcenverbrauch. Direkt vergleichbar sind sie nur, wenn beide im selben Prozess bei gleichem Volumen gemessen werden.

Erfahrung, nicht belegt. Verbrauchsbasiert abgerechnete Cloud-Services werden im ersten Jahr regelmäßig unterschätzt, weil Pilotvolumen klein sind und das Produktivvolumen mit den Ausnahmen kommt, die niemand getestet hat. Eine Zahl wird hier nicht genannt, weil für diesen Artikel keine gelesen wurde.

Die Entscheidung, die daraus folgt. Instrumentieren Sie eigene Agents während der Promotion so, als würden sie abgerechnet: Erfassen Sie Rechenleistung, Tokens und Transaktionen je Prozessinstanz. Nur so beruht das Budget für 2027 auf Daten.

Befund 5: Ergebnisse brauchen Prozesse, um bepreist zu werden

SAPs Seite zur Autonomous Enterprise rät: „Start with outcomes, not processes, by partnering with AI to remove busywork and apply human judgment where it creates the most value.“ Der LinkedIn-Post riet fast das Gegenteil: mit den Prozessen anfangen, die den meisten manuellen Aufwand verursachen.

Beide haben mit etwas recht. Ergebnisse definieren, was Erfolg bedeutet. Aber die Abrechnung pro Aktion entscheidet, was für einen Business Case zuerst kommt, denn jeder Term der Kostenformel ist eine Eigenschaft des Prozesses: wie viele Instanzen, wie viele Varianten, wie viele Ausnahmen, die zusätzliche Agent-Aktionen erfordern.

SAPs eigenes Portfolio enthält die Instrumente, um das zu messen. Die Joule-Agents-Seite von SAP beschreibt SAP AI Agent Hub mit „a KPI dashboard that offers insights into governance, adoption, and ROI“, und die Agent-Mining-Funktion misst „variants, path completion and conformance, and activity coverage.“ Diese Werkzeuge können zeigen, was ein Agent getan hat und in welchem Volumen. Was sie nicht zeigen können, ist der Prozess, bevor der Agent kam, es sei denn, jemand hat ihn gemessen.

Die Entscheidung, die daraus folgt. Erfassen Sie vor der Aktivierung eines Agents in einem Prozess die Ausgangslage: Instanzvolumen, Zahl der Varianten, Ausnahmequote und manuellen Aufwand je Instanz. Wo Process Mining vorhanden ist, ist es das naheliegende Instrument. Ohne Ausgangslage ist der ROI nach der Aktivierung eine Zahl ohne Vergleich.

Implikationen für Führungskräfte

Agentenkosten gehören zum Prozessverantwortlichen, nicht nur zum Lizenzmanagement. Bei einer Abrechnung pro User wurden die Kosten bei Vertragsunterzeichnung festgelegt. Bei einer Abrechnung pro Aktion werden sie jeden Tag durch Prozessvolumen und Prozessqualität festgelegt. Die Budgetverantwortung sollte dem folgen.

Prozessqualität hat jetzt ein Preisschild. Ein Prozess mit vielen Ausnahmen war schon immer teuer an menschlichem Aufwand. Mit Agents automatisiert, die pro Aktion abgerechnet werden, erscheinen dieselben Ausnahmen als Verbrauch. Einen Prozess vor der Automatisierung zu bereinigen, ist damit zu einer direkt bezifferbaren Einsparung geworden.

Der Lenkungsausschuss braucht eine andere Art von Folie. Statt Nutzenzahlen des Herstellers sollte der Case für jeden Agent die gemessene Ausgangslage zeigen, die erwarteten Aktionen je Instanz, den vertraglichen Stückpreis und die daraus folgende Kostenspanne. Diese Folie ist schwerer zu erstellen, und sie ist die einzige, die die erste Rechnung übersteht.

Empfehlungen

Empfehlung Begründung Verantwortlich Aufwand
Definition einer Agent-Aktion, erwartete Aktionen je Instanz und Preis je AI Unit schriftlich einholen Zwei Terme der Kostenformel stehen nicht im veröffentlichten Material Einkauf mit Enterprise Architecture Gering
Volumen, Varianten, Ausnahmen und Aufwand je Kandidatenprozess messen Kosten und Nutzen hängen beide davon ab; der ROI braucht ein „Vorher“ Prozessverantwortlicher mit Process-Mining-Team Mittel
Verbrauch eigener Agents während der Promotion 2026 instrumentieren Sonst kommt die erste Kostenzahl erst nach der Skalierung IT und BTP-Plattformverantwortlicher Gering
Jeden Business Case aus eigenen Zahlen neu aufbauen; SAP-Benchmarks nur zur Vorauswahl Veröffentlichte Zahlen sind modelliert, indikativ oder stammen von einzelnen Kunden Verantwortlicher für den Business Case Mittel
Den Übergang der heutigen KI-Pakete pro User im eigenen Vertrag abbilden Pakete sollen auslaufen; Funktionen wandern in Base AI Einkauf Gering
Katalogversion und Stichtag je Planung festhalten Die Agent-Zusammensetzung der Assistants ändert sich noch Enterprise Architecture Gering

Executive Dashboard

Frage Was SAPs Material liefert Was Sie beisteuern müssen Konfidenz
Was kostet ein Agent? 0,02 AI Units pro Aktion in 2026; Verbrauch hängt von Agent und Arbeit ab Aktionen je Instanz; Preis je AI Unit Hoch für den Mechanismus, unbekannt für Ihre Zahl
Was zählt als Aktion? Im gelesenen Material nicht definiert Schriftliche Definition von SAP Hoch, dass sie fehlt
Welchen Nutzen können wir erwarten? Modellierte, indikative und Einzelkunden-Zahlen, als solche gekennzeichnet Gemessene Ausgangslage je Prozess Hoch
Wie viele Agents sind verfügbar? „More than 50“ Assistants und „200“ Agents „being made available“; 52 Assistants gelistet am 14. September 2026 Datierter Katalog zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung Hoch
Was kosten eigene Agents? Kostenloser Bau; kostenlose Laufzeit bis Ende 2026; danach Ressourcenverbrauch Während der Promotion gemessener Verbrauch Hoch
Lässt sich der ROI nachträglich messen? KPI-Dashboard und Agent Mining in SAP AI Agent Hub Vor der Aktivierung erfasste Ausgangslage Mittel

Anhang: Methodik

Art der Untersuchung. Dokumentenanalyse des kommerziellen Materials und der Nutzenaussagen des Herstellers, mit einer daraus abgeleiteten Kostenstruktur.

Quellen und wie sie gelesen wurden. Die sechs Links im LinkedIn-Post, der diesen Artikel ausgelöst hat, führen auf fünf verschiedene SAP-Seiten; zwei der Links zeigen auf dieselbe Seite. Alle fünf wurden am 14. September 2026 vollständig gelesen (die Joule-Agents-Seite in der globalen Fassung, während der Post die India-Variante verlinkt), zusammen mit der Produktseite von SAP AI Agent Hub und vier Lektionen des SAP-Learning-Kurses „Introducing Joule“, darunter die Lektion zum kommerziellen Modell. Mehrere sap.com-Seiten verweigern den automatisierten Abruf und wurden im Browser gelesen. Der Assistant-Katalog wurde gezählt, indem alle fünf Katalogseiten durchgeblättert wurden. Zu jeder Zahl wurden die Fußnoten mitgelesen. Zitate sind wörtlich.

Angewandte Frameworks. SCQA für die Rahmung. Wertkettendenken in reduzierter Form: Die Kostenformel zerlegt die Agentenkosten in Treiber auf Prozessebene. Eine vollständige Wertkettenanalyse wurde nicht durchgeführt, weil keine Kostendaten von Kunden vorlagen.

Geprüfte und nicht angewandte Frameworks. Porter’s Five Forces: Die Frage betrifft den Business Case eines Kunden, nicht die Branchenstruktur. BCG-Matrix: keine Portfolioentscheidung. PESTEL: keine Frage des Makroumfelds. Technology Adoption Curve: Für SAP-Agents lagen keine verlässlichen Adoptionsdaten vor, und SAPs eigene Kundenzahlen sind Herstelleraussagen. Szenarioanalyse: Ohne Preis je AI Unit und ohne Aktionen je Instanz hätten Szenarien auf erfundenen Eingaben beruht.

Belegstatus, klar benannt.

  • Aus direkt gelesenem SAP-Material. Das kommerzielle Modell, der Wert von 0,02 AI Units, die Promotion, die Nutzenzahlen und ihre Fußnoten, die Aussagen zum Katalog.
  • Eigene Zählung. 52 Assistants im öffentlichen Katalog am 14. September 2026.
  • Abgeleitet. Die Kostenformel, als Arithmetik auf dem von SAP beschriebenen Mechanismus.
  • Nicht verifiziert. Die auf LinkedIn kursierende Zahl „55 Assistants + 245 Agents“; ihre ursprüngliche Quelle fand sich auf den gelesenen Seiten nicht.
  • Erfahrung, nicht belegt. Die Unterschätzung verbrauchsbasiert abgerechneter Services im ersten Jahr. An der jeweiligen Stelle gekennzeichnet.

Konfidenz. Hoch für die Befunde 1 bis 4, die auf wörtlichen SAP-Aussagen und einer direkten Zählung beruhen. Mittel für Befund 5, der SAP-Aussagen mit einem Argument zur Reihenfolge verbindet.

Einschränkungen.

  1. Das kommerzielle Modell ist in einer Lernlektion beschrieben, die sich teils an Vertriebsrollen von Partnern richtet. Vertragsbedingungen können abweichen und haben Vorrang.
  2. SAP beschreibt das neue Modell als geplant für eine schrittweise Einführung im dritten Quartal 2026. Details können sich ändern.
  3. Es lag kein Preis je AI Unit vor, daher konnte kein Kostenbeispiel mit echten Zahlen gegeben werden. Auf ein erfundenes Beispiel wurde bewusst verzichtet.
  4. Der LinkedIn-Post, der diesen Artikel ausgelöst hat, wird nicht als Beleg zitiert; nur sein Rat wird diskutiert.

Was nicht beantwortet werden konnte. Wie viele Aktionen typische SAP-Agents je Prozessinstanz ausführen und was eine „agent action“ genau ist.

Anlass zur Aktualisierung. Neu prüfen, wenn SAP eine Definition der Agent-Aktion oder Verbrauchsschätzungen je Agent veröffentlicht, wenn die Details der Einführung im dritten Quartal 2026 feststehen, oder zum Ende der Promotion für eigene Agents.

Häufige Fragen

Ist die Abrechnung pro Aktion schlecht für Kunden?

Nicht grundsätzlich. Für geleistete Arbeit statt für Lizenzen zu zahlen, ist fair und beseitigt die Kosten ungenutzter Lizenzen. Es setzt aber voraus, dass Sie Ihre Prozessvolumen kennen, und die haben viele Organisationen nie gemessen.

Was ist eine AI Unit in Euro wert?

Das gelesene Material sagt es nicht. Es ist eine vertragliche Größe. Fragen Sie danach, zusammen mit dem erwarteten Verbrauch der Agents, die Sie einsetzen wollen.

Können wir SAPs Nutzenzahlen in unserem Business Case verwenden?

Nutzen Sie sie, um zu entscheiden, wo Sie hinsehen. SAP kennzeichnet sie als modelliert, indikativ oder auf einzelnen Kunden beruhend. Der Nutzen in Ihrem Fall muss aus Ihrer eigenen Ausgangslage kommen.

Sind Joule Assistants kostenlos?

SAP beschreibt Assistants als Teil der Joule-Experience-Schicht, „included with your SAP subscription“, und hält fest, dass die Agents, die sie koordinieren, die kommerziellen Kosten tragen. Die Lektion zum kommerziellen Modell schränkt das ein: Joule Base setzt ein qualifizierendes SAP-Cloud-Abonnement und die einmalige Annahme der AI-Bedingungen von SAP voraus. Einen Assistant zu aktivieren, ist daher nicht dasselbe, wie keine Kosten zu verursachen.

Sollten wir eigene Agents bauen, solange die Laufzeit kostenlos ist?

Während der Promotion zu experimentieren, ist sinnvoll. Ohne Verbrauchsmessung zu skalieren, ist es nicht, denn dann kommt die erste echte Kostenzahl erst nach der Entscheidung.

Wie viele SAP-Agents gibt es?

SAP Learning sagt, dass mehr als 50 Assistants und 200 Agents verfügbar gemacht werden. Der öffentliche Katalog listete am 14. September 2026 52 Assistants. Die Zahl von 55 Assistants und 245 Agents ließ sich auf den gelesenen Seiten nicht verifizieren.

Warum gibt es keine Szenarioanalyse?

Weil zwei der vier Eingangsgrößen der Agentenkosten, die Aktionen je Instanz und der Preis je AI Unit, nicht veröffentlicht sind. Szenarien auf erfundenen Eingaben sähen präzise aus und bedeuteten nichts.

Quellen

  1. SAP, „Joule Agents and Joule Assistants“, https://www.sap.com/products/artificial-intelligence/ai-agents.html, abgerufen am 14. September 2026.
  2. SAP, Katalog „Joule Assistants“, https://www.sap.com/products/artificial-intelligence/ai-assistant.html, abgerufen und gezählt am 14. September 2026.
  3. SAP Learning, „Introducing Joule“, Lektion „Discovering Joule“, https://learning.sap.com/courses/introducing-joule/discovering-joule_e055e58d-18c3-48fd-9137-80a96e4431e7, abgerufen am 14. September 2026.
  4. SAP Learning, „Introducing Joule“, Lektion „Understanding the Value Provided by Joule“, https://learning.sap.com/courses/introducing-joule/understanding-the-value-provided-by-joule_ea9c9612-5bc7-427f-a518-f71d47061707, abgerufen am 14. September 2026.
  5. SAP Learning, „Introducing Joule“, Lektion „Getting to Know AI Assistants in Joule“, https://learning.sap.com/courses/introducing-joule/getting-to-know-ai-assistants-in-joule_f6252c97-c6fd-46e9-b0c5-2467efd1f1c9, abgerufen am 14. September 2026.
  6. SAP Learning, „Introducing Joule“, Lektion „Getting to Know Joule Agents“, https://learning.sap.com/courses/introducing-joule/getting-to-know-joule-agents_f9d18ca0-1021-4c1a-a044-4c00ec8c2898, abgerufen am 14. September 2026.
  7. SAP Learning, „Introducing Joule“, Lektion „Understanding the Commercial Model“, https://learning.sap.com/courses/introducing-joule/understanding-the-commercial-model_a778010e-ba84-4378-ab3f-6c4b31d360eb, abgerufen am 14. September 2026.
  8. SAP, „The Autonomous Enterprise“, https://www.sap.com/products/business-suite.html, abgerufen am 14. September 2026.
  9. SAP, „Supply Chain Management (SCM) Software Solutions“, https://www.sap.com/india/products/scm.html, abgerufen am 14. September 2026.
  10. SAP, „Spend Management Software Solutions“, https://www.sap.com/india/products/spend-management.html, abgerufen am 14. September 2026.
  11. SAP, „SAP AI Agent Hub“, https://www.sap.com/products/artificial-intelligence/ai-agent-hub.html, abgerufen am 14. September 2026.